InvKG Nr. 19, 2. BaustufeCottbus – Görlitz
Zukunftsfähige Infrastruktur für den Schienenverkehr zwischen Lausitz und Polen
Das Projekt Cottbus – Görlitz ist Teil des internationalen Korridors Berlin – Cottbus – Görlitz – Wroclaw. Perspektivisch soll auf dieser Achse attraktiver Fernverkehr möglich sein. Momentan besitzt die Strecke Cottbus – Görlitz nur ein Gleis und ist nicht elektrifiziert. Das wollen wir ändern: Wir planen, die Strecke durchgehend zweigleisig auszubauen und zu elektrifizieren.
Projektziele
Wir schaffen eine moderne Infrastruktur für den Schienenpersonenverkehr, damit die Region besser erreichbar wird. Damit erfüllen wir die Voraussetzungen für weitere Nahverkehrsverbindungen. Außerdem wird somit schneller Fernverkehr auf der Strecke möglich. Das verkürzt die Reisezeit von der Oberlausitz in Richtung Berlin und Polen erheblich.
Wir verbessern die Infrastruktur für den Schienengüterverkehr. Wir erhöhen die Kapazität der Strecke, sodass zusätzliche Güterverkehrsverbindungen geschaffen werden können. Das stärkt die Attraktivität der Wirtschaftsstandorte entlang der Strecke und reduziert die Fahrzeit von Güterzügen z. B. aus dem Raum Berlin in Richtung Polen.
Unser Projekt vernetzt die Region und verbindet die Lausitz mit dem benachbarten Polen. Wir schaffen die Grundvoraussetzungen für schienengebundenen Fernverkehr zwischen Berlin und Wroclaw. Der regionale und grenzüberschreitende Tourismus profitiert von einer verbesserten Infrastruktur.

Maßnahmen
Folgende Maßnahmen sehen wir vor:
- Elektrifizierung des gesamten Bahnhofs Görlitz, teilweise Elektrifizierung mit Gleichstromsystem einschl. Systemwechsel mit Anschluss an das polnische Gleichstromsystem auf der Neißebrücke
- Durchgehende zweigleisige Elektrifizierung inkl. notwendiger Bahnstromversorgung und aller einmündenden Verbindungskurven, bei Bedarf auch der Anschließer
- Durchgehender zweigleisiger Ausbau der Strecke Cottbus – Görlitz auf 160 km/h mit Überleitverbindungen und Gleiswechselbetrieb
- Ein Ausbau für höhere Geschwindigkeiten würde erhebliche zusätzliche Eingriffe erfordern (z. B. Rückbau von Bahnübergängen, Wegfall bzw. Verlegung von Haltepunkten), solche Maßnahmen würden die Kosten deutlich erhöhen
- 160 km/h sind ein tragfähiger Kompromiss zwischen Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit
- Anpassung der Signaltechnik an die Zweigleisigkeit und Elektrifizierung sowie Ersatz der Alttechnik durch elektronische bzw. digitale Stellwerke
- Ausrüstung mit ETCS Level 2 (Voraussetzung für internationalen Verkehr)
- Überprüfung der Bauwerke auf Elektrifizierbarkeit und Untersuchung auf Anpassung an Zweigleisigkeit
- Erneuerung, Umbau sowie bedarfs- und kundengerechte Anpassung von Verkehrsstationen für den Halt des Nahverkehrs
- Zusätzliche Erweiterung der Verkehrsstationen Bahnhof Weißwasser und Bahnhof Görlitz auf Anforderungen für Fernverkehr
- Umsetzung weitreichender Barrierefreiheit gemäß gesetzlicher Regelungen
Nördlich des Streckenabschnittes Cottbus – Görlitz bauen wir auf der Strecke Berlin – Cottbus an verschiedenen Stellen. Die Projekte in Königs Wusterhausen sowie der zweigleisige Ausbau Lübbenau – Cottbus sind ebenfalls elementarer Bestandteil des Streckenausbaus auf dem Korridor Berlin – Cottbus – Görlitz – Wroclaw.
Projektstatus
Das Projekt Cottbus – Görlitz (2. Baustufe) befindet sich aktuell in der Grundlagenermittlung. Die vorbereitenden Maßnahmen wie Artenschutz, Rodungen und die Einrichtung der Baustelleneinrichtungsfläche sowie die Hauptbaumaßnahmen starten Anfang der 2030er-Jahre.
Die Elektrifizierung zwischen dem Bahnhof Görlitz und der polnischen Grenze befindet sich bereits im Bau und soll 2027 abgeschlossen sein.
Die vollständige Inbetriebnahme der Strecke ist für die 2040er Jahre vorgesehen.
