InvKG Nr. 19Bahnstrom für eine elektrifizierte Lausitz
Bahnstromleitung zwischen Arnsdorf und Görlitz
Um die Bahnstrecken in der Lausitz elektrifizieren zu können, müssen wir eine Bahnstromleitung zwischen Arnsdorf und Görlitz bauen. Die Bahnstromleitung ist die Grundlage für die Elektrifizierung des Bahnnetzes der ganzen Region.
Der Verlauf der Bahnstromleitung steht noch nicht fest. Wir wissen, dass jedes neue Bauprojekt eine zusätzliche Belastung für die Menschen vor Ort bedeutet. Deshalb gehen wir mit Ihren Anliegen besonders sensibel um und nehmen Ihre Fragen und Hinweise ernst. Uns ist wichtig, Sie frühzeitig einzubinden, daher suchen wir den offenen Austausch.
Was ist eine Bahnstromleitung und warum brauchen wir sie?
Damit Züge zuverlässig elektrisch fahren können, benötigen sie eine spezielle Stromversorgung: das Bahnstromnetz. Anders als das normale Stromnetz liefert es den Strom mit einer besonderen Spannung und Frequenz, die für den Zugverkehr notwendig ist. Das bestehende Bahnstromnetz der Deutschen Bahn ist derzeit rund 8.000 Kilometer lang und versorgt die Züge deutschlandweit zuverlässig mit Energie.
Die neue Bahnstromleitung zwischen Arnsdorf und Görlitz sorgt dafür, dass die Züge zuverlässig, unabhängig und leistungsstark unterwegs sind. Sie wird als Hochspannungsleitung mit Strommasten gebaut. Der genaue Verlauf steht noch nicht fest – wir befinden uns aktuell in der frühen Planungsphase.
Die Leitung wird später mit einem Unterwerk verbunden, das die Spannung auf das richtige Niveau für die Oberleitung und die Züge bringt. So entsteht eine lückenlose Versorgung zwischen den bestehenden Umrichterwerken in Cottbus und Lohsa sowie dem Bahnenergiewerk Niedersedlitz bei Dresden.
So funktioniert die Bahnstromversorgung
Die Grafik zeigt (vereinfacht), wie der Strom für die Bahn bereitgestellt wird.
- Landesstromnetz: Hier fließt der Strom mit drei Phasen und hoher Spannung (380 kV, 50 Hz).
- Bahnstromnetz: Das Bahnstromnetz dient – analog dem Landesnetz – der großflächigen Energieverteilung. Abweichend vom Landesnetz wird das Bahnstromnetz jedoch mit einer Frequenz von 16,7 Hz betrieben. Die Spannung ist wie im Landesstromnetz (110 kV).
- Unterwerk: Das Unterwerk stellt das Bindeglied zw. Oberleitung und Bahnstromleitung dar. Hier wird die Spannung von 110 kV auf 15 kV heruntertransformiert.
- Oberleitungsanlage: Die Züge erhalten den Strom mit 15 kV und 16,7 Hz direkt aus der Oberleitung.
- Rückspeisung: Moderne Züge können beim Bremsen Energie zurück ins Netz einspeisen – das macht das System besonders effizient.
So wird sichergestellt, dass die Bahn zuverlässig und umweltfreundlich unterwegs ist und die Energie optimal genutzt wird.


Elektromagnetische Verträglichkeit: Was bedeutet das für Sie?
Bei der Elektrifizierung unserer Bahnstrecken achten wir besonders darauf, dass die Gesundheit der Menschen in der Umgebung geschützt bleibt. Durch Elektrifizierung ist generell von keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die magnetischen oder elektrischen Felder der erwarteten Größenordnung im Bereich der geplanten Bahntrasse auszugehen. Die Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) werden deutlich unterschritten.
Die Untersuchung zur Berücksichtigung anderer Niederfrequenzanlagen oder ortsfester Hochfrequenzanlagen gem. 26. Bundesimmissionsschutzverordnung § 3(3) ergab, dass weder relevante, zu berücksichtigende Niederfrequenzanlagen noch ortsfeste Hochfrequenzanlagen im Projektbereich vorhanden sind.
Für die Anforderungen zur Vorsorge gem. §4 der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) werden nach Prüfung des Minimierungspotentials geeignete Minimierungsmaßnahmen (z. B. zweiseitige Speisung) geplant.

Elektrifizierung als wichtiger Schritt für eine moderne und vernetzte Lausitz
Mit der Elektrifizierung des Bahn-/Streckennetzes machen wir die Lausitz fit für die Zukunft. Die neue Bahnstromleitung ist Voraussetzung für moderne, klimafreundliche Bahnverbindungen und weitere Infrastrukturprojekte. Durch die Elektrifizierung in der Region können künftig leise und umweltschonende Züge durch die Lausitz rollen. So schaffen wir bessere Mobilität, stärken die Wirtschaft und sorgen für mehr Lebensqualität. Die Bahnstromleitung ist für weitere Bauvorhaben notwendig und damit die Grundlage für die Elektrifizierung der ganzen Region.
Wir prüfen, wie wir Belastungen für die Gemeinden möglichst gering halten können und planen geeignete Maßnahmen, um die Auswirkungen zu minimieren. Auch die Rückspeisung von Bremsenergie in das Netz ist jederzeit sicher möglich. Die Landesdirektion Sachsen hat ein Raumordnungsverfahren durchgeführt. Daraus ergibt sich der Korridor für den Trassenverlauf bis Pommritz. Von Pommritz bis Görlitz entwickeln wir Trassenkorridore für den Verlauf.
Projektstatus
Das Projekt befindet sich in einer sehr frühen Planungsphase, der Vorplanung.